Das die Abgeltungssteuer ab 2009 eingeführt werden wird, steht außer Frage. Auch die Höhe der Abgaben und die Berücksichtigung von Besonderheiten bei einzelnen Anlageformen sind bereits im Detail geklärt. Doch was bringt diese neue Steuer dem Anleger und inwiefern benachteiligt sie ein bestimmtes Anlageverhalten? Fakt ist: mit der Einführung der Abgeltungssteuer ändert sich einiges im Bezug auf die Geldanlage mit Aktien, Fonds und Zertifikaten. So entfällt zum einen die bisherige Spekulationsfrist von zwölf Monaten, nach deren Ablauf der Verkauf von Aktien, Fonds etc. steuerfrei war, und zum anderen das bisher geltende Halbeinkünfteverfahren, nach dessen Regelung Dividendenzahlungen etc. nur zur Hälfte mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden mussten. Ab 2009 werden alle Gewinne, die im Rahmen der persönlichen Geldanlage erzielt wurden, der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer unterworfen. Wie sich die Abgeltungssteuer auf Versicherungen auswirken wird, erklärt der Beitrag zu den Auswirkungen der Abgeltungssteuer. Doch wen betrifft die Abgeltungssteuer am meisten: vor allem die Langfristanleger, die zum Beispiel für ihre private Altersvorsorge sparen. Aktive Trader, die ihre Wertpapiere innerhalb der Spekulationsfrist verkaufen, werden hingegen von der neuen Regelung profitieren. Wer jedoch Aktien oder Fonds als Mittel für die private Altersvorsorge einsetzt, kann zwar noch bis Ende 2008 Titel ins Depot legen, deren Gewinne auch nach 2009 steuerfrei sind, muss jedoch alle ab dem 1. Januar 2009 neu gekauften Wertpapiere auch dann versteuern, wenn er sie länger als 12 Monate im Depot hält. Dadurch wird das private Vorsorgesparen wesentlich teurer und die erzielbare Rendite empfindlich geschmälert. Manch einer könnte hier von einem System reden, welches seitens unserer Politik aufgebaut wird: zuerst wird der Sparer zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge ermutigt und wenn er dies beherzigt hat, werden ihm die daraus erzielten Gewinne gleich wieder besteuert. So ist es auch nicht verwunderlich, wenn unter der neuen Steuer vor allem die ohnehin auf wackligen Beinen stehende deutsche Aktionärskultur empfindlich leiden würde, wird doch die Attraktivität von Aktien hierzulande durch deren grundsätzliche Versteuerung beträchtlich geschmälert. So ist es denn auch sicher nur eine Frage der Zeit, bis unser ideenreicher Finanzminister auch noch die letzten Bastionen in Form des Sparerfreibetrages und etwaiger anderer Freibeträge kippt, um auch den letzten Cent Steuern aus jedem Bürger heruaszupressen.